#11 Recht haben oder glücklich sein? Was willst du wirklich gewinnen?
Shownotes
In dieser Folge erfährst du:
• Die bittere Wahrheit über Vergeltung: Warum der Wunsch nach Rache am Ende immer ein Schlag gegen dich selbst und gegen deine eigenen früheren Lebensentscheidungen ist. • Was echte Stärke wirklich bedeutet: Warum du die Kontrolle über deine Energie abgibst, wenn du bloß reagierst und kämpfst, und wie es aussieht, wenn du deine Energie stattdessen in dich selbst und deine eigene Gestaltungskraft investierst. • Die Elternschaft endet nie: Warum die Paarebene zwar vorbei ist, du aber das System Familie für immer beibehältst und weshalb der Krieg von heute bestimmt, wie ihr in zwanzig Jahren bei der Hochzeit eurer Kinder nebeneinander sitzt. • Der Preis des Glücks: Welchen Preis du zahlen musst, um in deine Stärke zu finden und welche zerstörerischen Preise du dadurch einsparst.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wer vor Gericht geht, glaubt nicht an seine eigene Stärke.
00:00:04: Deshalb braucht er ein starkes
00:00:06: Gericht.".
00:00:07: Dieser Satz ist bewusst provokant formuliert – denn natürlich gibt es Situationen in denen Gerichte notwendig sind.
00:00:15: und doch enthält er einen wichtigen Gedanken.
00:00:18: Wer einen Konflikt vor Gerücht trägt übergibt die Entscheidung an einen Dritten.
00:00:23: Und diese Entscheidung trifft Regelungen aber löst auch nicht den Konflikten!
00:00:30: Wer dagegen verhandelt, vermittelt oder eine einvernehmliche Lösung sucht übernimmt selbst Verantwortung für die Zukunft.
00:00:38: Liegt also die größte Stärke darin einen Prozess zu gewinnen?
00:00:42: Oder liegt die größste Stärke da in den Mut zu haben, Verantwortung für den Konflikt zu übernehmen?
00:01:04: Herzlich willkommen bei meinem Podcast.
00:01:07: Scheidung mit Frau Stock der podcast für kluge Trennungen.
00:01:12: In dieser Folge möchte ich mit einem Satz beginnen den ich in meiner Arbeit immer wieder höre, in verschiedenen Varianten aber mit demselben Kern.
00:01:23: Frau Stock das lasse ich mir nicht gefallen.
00:01:26: oder ich werde kämpfen oder der soll spüren was er mir angetan hat.
00:01:33: Ich verstehe diese Sätze und ich verstehe und sehe die Verletzung, die dahinter liegt, die Erschöpfung, die Wut – ich urteile nicht!
00:01:42: Aber ich möchte heute eine Frage stellen, Was ist das eigentlich?
00:01:50: Kämpfen.
00:01:52: Und wir gewinnen dabei!
00:01:55: Ich bin Anwältin, ich kenne Verfahrensakten und Schriftsetze – die langen aufwendig formulierten Dokumente, die wir anwälte im Auftrag unserer Mandanten schreiben und bei Gericht einreichen.
00:02:09: Und ich möchte dir sagen was ich darin lese.
00:02:12: Aggression.
00:02:13: Seitenweise Aggression verkleidet in juristisches Deutsch Vorwürfe, wenn die wirklich niemanden weiterbringen.
00:02:21: Wiederholungen desselben Konflikts immer wieder in immer neuen Formulierungen.
00:02:27: Bösartigkeiten, die aufwendig belegt werden.
00:02:30: Schmerz der ein Anträge übersetzt wird Was ich jedoch selten lese.
00:02:37: einen konstruktiven Gedanken eine Lösung Wohl wollen Ein Vorschlag der beiden Seiten wirklich nützt und vielleicht auch deren Kindern.
00:02:49: Das ist kein Vorwurf an die Kolleginnen und Kollegen, die diese Schriftsetze verfassen.
00:02:54: Das ist ein Systemfehler.
00:02:56: Ein Anwalt wird nicht dazu ausgebildet, die Bedürfnisse zu erkennen, die hinter dem Positionen liegen.
00:03:03: Er wird ausgebilt, Positionen zu vertreten – das ist sein Auftrag und das ist dein Handwerk!
00:03:10: Aber Positionen sind zwei ganz verschiedene Dinge.
00:03:16: Wer vor Gericht sagt ich will das Haus Der sagt damit eigentlich, ich will Sicherheit oder ich will dass meine Kinder nicht nochmal umziehen müssen.
00:03:28: Oder ich will das irgendetwas aus dieser Ehe bleibt, was meins ist.
00:03:33: Diese Bedürfnisse versteht kein Gericht.
00:03:36: Es ist auch nicht die Aufgabe des Gerichts diese Bedürfe zu verstehen.
00:03:42: Ein Gericht entscheidet über Ansprüche Nicht über Sicherheit Nicht über den Schmerz Nicht über das, was du wirklich brauchst.
00:03:51: Und während der Prozess läuft, Monate manchmal Jahre, läuft das Leben weiter.
00:03:58: Die Kinder wachsen die Energie schwindet Das Geld auch.
00:04:03: Was bleibt ist oft viel weniger als dass was man vorher hatte und die Erschöpfung und Verletzungen bleiben.
00:04:12: auch Von daher stelle ich dir jetzt die Frage die niemand stellt.
00:04:18: Ich habe erst heute Morgen mit jemandem gesprochen dem er gesagt hat Wir haben viel zu wenig miteinander gesprochen.
00:04:26: Dieser Satz begleitet mich heute den ganzen Tag, weil er so schlicht ist und zugleich so viel enthält.
00:04:35: Hinter den meisten Konflikten die ich begleite steckt dasselbe Missverständnisse, die entstanden sind, weil niemand gefragt hat.
00:04:44: Verletzungen, die sich aufgeschichtet haben, weil jemand gesprochen hat.
00:04:48: Muster, die sie wiederholen Manchmal Jahrzehnte alte Muster, die nichts mit dem Partner zu tun haben sondern mit dem was man selbst mitgebracht hat.
00:04:57: Das ist unbequem ich weiß das aber es ist die Frage die sich lohnt Was ist eigentlich passiert?
00:05:07: Nicht was hat er getan?
00:05:09: nicht was hat sie mir angetan?
00:05:11: Sondern was ist passiert in dieser Beziehung In diesem System dass wir gemeinsam gebaut haben?
00:05:21: Irgendwann habe ich mich doch dazu entschieden, diesen Mann zu heiraten oder diese Frau.
00:05:27: Ich habe mich dazu entschieden Kinder zu bekommen ein Haus zu bauen einen Leben zu teilen und jetzt will ich vergelten?
00:05:36: Was will ich denn vergelten?
00:05:39: Und jetzt stelle ich dir die Frage Vergeltest du dich nicht eigentlich selbst?
00:05:45: Ich vergellte Entscheidungen, die ich getroffen habe Jahre, die die Person mit der ich in dieser Beziehung war, das einzusehen ist keine Schwäche.
00:05:58: Das ist brutale Ehrlichkeit und diese Ehrlichheit ist der Anfang von allem was danach kommt.
00:06:07: es gibt ein Bild von Stärke dass in unserem Kulturkreis sehr präsent ist.
00:06:13: Stärke bedeutet kämpfen Werhaft sein, nicht nachgeben sich durchsetzen.
00:06:19: Den anderen mal spüren lassen wo er steht.
00:06:24: Ist das wirklich noch zeitgemäß?
00:06:27: Ich halte dieses Bild für falsch!
00:06:30: Wer in einer Trennung kämpft gibt die Kontrolle über seine eigene Energie ab.
00:06:36: Er reagiert auf den Anderen anstatt sein eigenes Leben neu zu gestalten und diese Energie in sich selbst zu investieren.
00:06:47: statt von seiner eigenen Entscheidung angeleitet zu werden.
00:06:52: Echte Stärke sieht wirklich anders aus!
00:06:55: Echte Sterke ist zu entscheiden, ich investiere meine Energie in das was ich kontrollieren kann – das bin ich selbst.
00:07:02: es ist meine Haltung, meine nächsten Schritte mein Leben nach dieser Trennung.
00:07:08: Echtestärke ist zu erkennen.
00:07:09: die Familie bleibt.
00:07:12: Wenn du Kinder hast dann bleibst du eine Familie.
00:07:16: Sie verändert sich, aber sie bleibt.
00:07:19: Wer heute mit dem Vater seiner Kinder Krieg führt sitzt in zwanzig Jahren bei der Hochzeit seiner Tochter neben ihm.
00:07:27: Herzlichen Glückwunsch!
00:07:29: Wer Heute mit der Mutter seiner Kinder kämpft braucht sie übermorgen weil das Kind krank ist und man selbst nicht kann.
00:07:38: Die Trennung endet die Paarebene Aber sie beendet niemals die Elternschaft Und echte Stärke ist das, früh genug zu verstehen und danach zu handeln.
00:07:51: Ich habe Verantwortung wenn ich Kinder
00:07:53: habe.".
00:07:54: Das bedeutet nicht dass sich alles hinnehmen muss!
00:07:58: Das bedeutet Nicht auf Rechte zu verzichten.
00:08:01: Es bedeutet nicht den anderen Schonen der mich so verletzt hat.
00:08:05: es bedeutet klug zu sein vorausschauend vorzugehen unterscheiden zwischen dem, was man fühlt und dem, das man tut.
00:08:13: Zwischen dem, dass man will und dem was man braucht!
00:08:17: Ich erlebe tagtäglich Menschen die diesen Weg wählen, die sich einvernehmlich trennen – nicht weil sie keine Wut haben sondern weil Sie verstanden haben, daß die Wut sie nichts kostet, was sie sich nicht leisten könnten.
00:08:31: Diese Menschen kommen anders auf der anderen Seite an.
00:08:35: Nicht unversehrt aber aufrecht.
00:08:39: Das ist Stärke.
00:08:41: Und wie kommt man jetzt dahin?
00:08:44: Ich weiß, dass dieser Weg nicht selbstverständlich ist und ich bin sehr privilegiert, dass ich viele Menschen habe die so denken und mit denen ich so arbeiten darf.
00:08:54: Man wählt diesen Weg nicht wenn man besonders vernünftig ist sondern... ...man wählt ihn weil man aufgehört hat zu glauben das der Schmerz des anderen den eigenen lindert.
00:09:05: Das ist ein Prozess und kein Moment, kein Schalter den man umlegt.
00:09:10: Er beginnt meist mit der sehr schlichten Erkenntnis, ich kann den anderen nicht ändern.
00:09:15: Ich kann ihn nicht – oder vielleicht auch nicht mehr kontrollieren!
00:09:19: Ich kann nicht kontrollieren was er oder sie tut, sagt wie er sich verhält.
00:09:26: Das Einzige, was ich wirklich in der Hand habe bin ich selbst.
00:09:31: Meine Reaktion, meine Entscheidung, mein nächster Schritt….
00:09:37: das klingt einfach.
00:09:38: ist es aber Denn diese Erkenntnis kollidiert direkt mit dem Schmerz, der laut sagt.
00:09:44: Aber er oder sie hat mir das angetan!
00:09:48: Sie hat mich verlassen!
00:09:50: Das ist ungerecht – ja, das stimmt und wahrscheinlich ist es ungerecht.
00:09:56: Und trotzdem….
00:09:58: Der zweite Schritt ist sich ehrlich zu fragen was will ich wirklich?
00:10:03: Nicht was will Ich dem anderen antun sondern was will ICH für mein
00:10:06: Leben?!
00:10:07: Wie soll es in den nächsten zwei Jahren aussehen?
00:10:11: Was brauchen meine Kinder von mir?
00:10:13: Ich bitte dich, beginne dir selbst diese Fragen zu stellen.
00:10:19: Vielleicht kannst du dich dann anders
00:10:22: entscheiden.".
00:10:23: Und ich habe immer noch einen Punkt den ich sehe und der mir sehr am Herzen liegt, denn die meisten Menschen möchten die Verantwortung für ihre Trennung abgeben.
00:10:32: Dann rufe ich bei irgendeinem Anwalt an, dem er empfohlen wurde, den ich aber eigentlich gar nicht kenne, hab ein Termin in seinem Büro oder online Und dann denke ich, wach.
00:10:42: Super!
00:10:42: Ich klatsche dem jetzt alles dahin... ...alles an Wut und Trauer und emotionalen Verletzungen,... ...und er regelt das ja zu mich.
00:10:51: Nein!
00:10:52: Das ist gar nicht unsere Aufgabe.
00:10:54: Bei uns geht es um Zahlen, Daten, Fakten, ums Liebegeld.
00:10:58: Wie viel Unterhalt?
00:10:58: steht der zu?
00:10:59: Wie hoch ist der Zugewinnausgleich?
00:11:02: Aber die Verletzung kann kein Anwalt heilen.
00:11:06: Und auch keine anwaltliche Arbeit.
00:11:09: Das bleibt bei dir selbst.
00:11:11: Und du hast deine Ehe ja auch eigenverantwortlich geführt, über viele Jahre hinweg.
00:11:17: Von daher ist es Deine originäre Aufgabe – auch Deine Trennung selbst verantwortlich zu gestalten und zu führen.
00:11:26: Erinnere Dich!
00:11:28: Die Vergeltung gilt Dir selbst.
00:11:31: Du warst Teil dieser Ehe über Jahrzehnte.
00:11:35: Frag sich vielleicht das jetzt alles schön?
00:11:37: Ich habe jetzt in meine Stärke gefunden aber welchen Preis muss ich dafür zahlen?
00:11:42: Vielleicht ist es der Preis die Kontrolle abgeben zu müssen, loslassen zu müssen.
00:11:48: Es ist auch der Preis nicht alles auszusprechen was man denkt.
00:11:53: Es is der Preis manchmal nachzugeben Auch wenn man Recht hat.
00:11:56: Willst du recht haben oder glücklich sein?
00:12:00: Denn die Einigung ist wichtiger als der Sieg.
00:12:03: Vielleicht zahlts doch den Preis der Ungerechtigkeit Der manchmal ist das was am Ende herauskommt.
00:12:10: Das Ende ist nicht perfekt.
00:12:13: Es ist vielleicht nicht das, was man sich vorgestellt hat.
00:12:16: Man muss damit leben.
00:12:18: Vorankommen!
00:12:20: Das ist real.
00:12:22: Die Münz hat immer zwei Seiten – noch eine andere Seite, denn es gibt auch einen Preis den du nicht zahlst wenn du in deine Stärke findest.
00:12:31: Du zahl's nicht den Preis der Erschöpfung.
00:12:34: Die kommt automatisch, wenn du jahrelang kämpfst und am Ende nicht mehr weißt wofür.
00:12:43: wenn sie im Konflikt der Eltern aufwachsen und lernen, dass Liebe im Krieg endet.
00:12:49: Du zahlst nicht den Preis der Identität, das man irgendwann auf die letzten Jahre zurückblinkt und denkt – was war ich?
00:12:57: Das habe ich getan!
00:12:59: Ich erlebe tagtäglich Menschen, die sehr bewusst den Weg der einvernehmlichen Trennung wählen.
00:13:08: Und Sie haben verstanden, vielleicht auch ihr Vermögen zu wertvoll sind, um sie einem Prozess zu überlassen.
00:13:21: Ich lasst dich heute mit einer Frage allein.
00:13:24: Wo siehst du dich in deiner Stärke?
00:13:29: Und würdest du das in fünf Jahren noch so empfinden?
00:13:34: Nimm dir Zeit mit dieser Frage!
00:13:37: Sie ist unbequem – sie stellt dich selbst infrage.
00:13:40: aber das sind die richtigen Fragen meistens und wenn du spürst dass du diesen Prozess nicht alleine gehen möchtest Ich begleite Menschen genau in dieser Phase.
00:13:50: Mehr dazu findest du auf meiner Website.
00:13:54: Bis zur nächsten Folge, ich freu mich auf dich Deine Bettina.
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