#12 Die unsichtbare Rechnung – Was kostet ein Rosenkrieg wirklich?
Shownotes
In dieser Folge erfährst du: • Die finanzielle Ebene: Warum das Vermögen durch Gutachter*innen, Anwält*innen und Gerichtskosten schrumpft, während der Streit eskaliert – und weshalb das erste Angebot oft das beste gewesen wäre. • Die gestohlene Zeit: Warum das Leben während eines jahrelangen Prozesses in der Warteschleife steht und welche Chancen für einen echten Neuanfang in dieser Zeit ungenutzt verstreichen. • Der emotionale Preis: Wie ein Rosenkrieg die Familie zerstört, aus ehemaligen Partner*innen unversöhnliche Gegner macht und die so wichtige Co-Elternschaft für die Zukunft massiv beschädigt. • Der Preis der Einigung: Warum eine kooperative Trennung oder Mediation zwar schwere Gespräche, Disziplin und unbequeme Kompromisse erfordert, dir aber deine Energie, dein Vermögen und deine Selbstbestimmung bewahrt.
Bettina lässt dich am Ende dieser Folge mit einer der wichtigsten Fragen zurück, die du dir in deiner aktuellen Situation stellen kannst: Was willst du am Ende der Trennung wirklich haben? Wenn du fünf Jahre weiterdenkst und zurückblickst – was möchtest du dann sehen und welcher Weg bringt dich dorthin?
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Transkript anzeigen
00:00:01: Rosenkrieg.
00:00:04: Das Wort klingt fast romantisch, fast schön.
00:00:08: Dabei beschreibt es etwas das alles andere als schön ist.
00:00:12: Woher kommt dieser Begriff eigentlich?
00:00:14: Der Duden führt ihn zurück auf den amerikanischen Spielfilm der Rosenkrieb von beide darunter leiden, denn Edivito spielt darin einen Scheidungsanwalt der einem Mandanten diese Geschichte erzählt – als Warnung.
00:00:40: Der Film zeigt etwas das ich in meiner täglichen Arbeit immer wieder erlebt habe.
00:00:46: Ein Rosenkrieg ist nicht lediglich ein Streit anlässlich der Trennung!
00:00:52: Der Rosenkrieb ist die Fortsetzung der Beziehung nur auf einer anderen Ebene.
00:01:00: Ich habe viele Schriftsetzer im Laufe meines Anwaltsleben gelesen.
00:01:06: Einmal ging es um ein Topf-Set, das die Ehefrau einfach mitgenommen hat.
00:01:11: Ein anderes Mal fand ich auch sehr bemerkenswert.
00:01:13: Ging es um eine Holzeule, die vorne an der Haustür stand, die ebenfalls einfach mit genommen wurde und es ging tatsächlich auch mal um einen Häkeldeckchen.
00:01:30: Da befasst sich tatsächlich jemand mit.
00:02:31: Podcast, Scheidung mit vor Stock der Podcast für kluge Trennungen.
00:02:36: Heute stelle ich die Frage was kostet ein Rosenkrieg wirklich?
00:02:42: In der letzten Folge habe ich über Stärke gesprochen darüber was echte Stärke meiner Meinung nach in einer Trennung ausmacht und was sie eben nicht bedeutet.
00:02:54: heute möchte ich eine Frage stellen die daran direkt anknüpft wann bist du wirklich in deiner Stärke?
00:03:01: Ich behaupte, es sind nicht die Menschen, die vor Gericht gehen.
00:03:05: Die Menschen die vor gericht gehen glauben nämlich nicht an ihre eigene Stärke – das wissen sie aber nicht!
00:03:13: Deswegen brauchen Sie ja gerade ein starkes Gericht.
00:03:16: Sie übertragen die Entscheidungen über Ihr Leben an eine Institution, an einen Richter der sie nicht kennt, der Ihre Geschichte nicht kennt und hoffen dass diese Institution das richtet was sie selbst nicht lösen konnten oder wollten.
00:03:33: Das ist meine Beobachtung und ich möchte heute sehr konkret werden, denn der Rosenkrieg klingt nach Drama, nach Telenovela, nach Kramer gegen Kramer – nach etwas das den anderen passiert.
00:03:50: Doch was er wirklich kostet, das möchte ich heute aufzeigen.
00:03:57: Es ist eine Rechnung die niemand aufmacht!
00:04:00: fangen wir mit dem an, was sich am leichtesten benennen lässt des Geld.
00:04:05: Ein streitiges Scheidungsverfahren mit Folgesachen zugewinnen unter Halt kostet auf beiden Seiten Anwälte-Gerichtskosten vielleicht sogar Sachverständige je nach Streitwert.
00:04:19: ein doch eher üppigen Betrag.
00:04:21: Doch das Wesentliche des Rosenkrieges ist die Eskalation.
00:04:26: Das ist sein Wesen.
00:04:28: Der Rosenkrig eskaliert.
00:04:31: Einschriftssatz zieht den nächsten nach sich.
00:04:33: Ein Antrag, den Gegenantrag einer Anhörung folgt auf die nächste.
00:04:39: Was dabei passiert?
00:04:41: Die Kosten wachsen und das Vermögen um das gestritten wird, das wext nicht mit des Schrumpfes, denn beide Seiten verbrauchen es, um diesen Streit zu führen!
00:04:53: Ich habe Menschen erlebt, die am Ende eines langen Verfahrens weniger hatten als zu Beginn – oft ist das erste Angebot das Beste dann ist man sich noch nicht ganz so kram, vielleicht sollen auch Schuldgefühle bezahlt werden.
00:05:08: Aber wenn einmal der Rosenkrieg sich verfestigt hat und die Konflikte eskaliert sind und die Verletzungen sich vertieft haben – beidseitig!
00:05:19: Dann wird solch ein angemessenes und vielleicht als fair erachtetes Angebot auf keinen Fall mehr unterbreitet.
00:05:27: Und dieses lange Verfahren hat all das was man vielleicht vorher erspart hatte schon schön aufgefressen.
00:05:36: Das ist die erste Ebene der Rechnung.
00:05:38: Sie ist noch die Einfachste, weil sich alles in Zahlen fassen lässt.
00:05:42: und dann gibt es eine zweite Ebene – das ist die Ebene Zeit!
00:05:46: Ein streitiges Verfahren dauert Monate oft Jahre und wenn es läuft, dann läuft das Leben nicht.
00:05:54: Es steht still.
00:05:56: Das Leben muss warten Doch die Kinder wachsen, die beruflichen Möglichkeiten verschieben sich.
00:06:03: Der Neuanfang, den man sich vorgestellt hat bleibt in der Warteschleife on hold!
00:06:10: Denn so ein Prozess, der bindet emotional, zeitlich und energetisch – aber man ist gefangen in einer Endlustreife von Vorwürfen und Eskalationen gefangen im Konflikt.
00:06:24: Ich spreche von Jahren nicht von
00:06:27: Wochen.".
00:06:28: Und was in diesen Jahren hätte entstehen können, das ist der unsichtbare Teil der Rechnung.
00:06:36: Der Teil den niemand aufmacht weil derjenige der sich zum ersten Mal scheiden lässt das nicht sieht und er lässt sich auch nicht beziffern.
00:06:46: Also was steht wirklich auf dem Spiel?
00:06:49: Der Preis des Rosenkrieges ist vor allem nicht finanzieller Art.
00:06:54: Er isst emotional und menschlich.
00:06:57: Und hier wird die Rechnung ernst, denn du bezahlst diesen Rosenkrieg mit der Zerrüntung deiner Familie.
00:07:05: Eine Trennung verändert die Familie – das ist unvermeidbar!
00:07:09: Aber sie zerstört sie nicht, zwingend.
00:07:12: Ein Rosenkrig tut das in der Regel.
00:07:14: Er macht aus zwei Menschen, die sich einmal füreinander entschieden hatten….
00:07:20: Die Eltern sind Gegner ….
00:07:24: er macht aus einer Familiengeschichte Ein Gerichtsverfahren.
00:07:29: Er macht aus dem, was war ein Beweismittel und was danach bleibt ist schwer zu kitten nicht unmöglich aber schwer.
00:07:40: Du bezahlst mit eskalierenden Konflikten Mit vertieften Verletzungen.
00:07:46: Der Rosenkrieg endet doch nicht mit dem Urteil des Gerichts.
00:07:49: das ist eine Illusion.
00:07:52: Das Gericht entscheidet über Ansprüche Aber doch nicht über den Konflikt Denn der tobt ja in deinem Inneren.
00:08:01: Der tobt nicht im Richter oder der Richterin, die über deinen Unterhaltsanspruch entscheidet.
00:08:06: Die hat andere Konflikte in sich toben!
00:08:09: Aber die Verletzungen, die du erlitten hast, sind doch geblieben.
00:08:13: Es wurde doch nichts geklärt, vertieft verstärkt entschieden und das Problem kommt doch erst danach.
00:08:23: Da bleiben zwei Menschen übrig – die bestenfalls Eltern sind Und die jetzt anknüpfen müssen, an eine Ko-Elternschaft und dauerhaft miteinander umgehen müssen.
00:08:37: Als Eltern als ehemalige Partner, als Menschen wie eine gemeinsame Geschichte haben – und Eskalation erzeugt Eskalations!
00:08:47: Das ist das was ich täglich erlebt habe.
00:08:51: Was in einem Gerichtserfahren gesagt wird den Schrift setzen in Verhandlungsterminen über Anwälter Das ist oft das härteste, was zwei Menschen je einander angetan haben.
00:09:04: Es wird formuliert um zu treffen, es wird formulierter um Positionen zu stärken, es werden formuliert, um den anderen schlecht aussehen zu lassen.
00:09:14: und das bleibt!
00:09:16: Das bleibt dir nicht im Hemd stecken sondern tief in dir drin.
00:09:20: Es bleibt in deiner Erinnerung, es bleibt in deinem Körper.
00:09:25: In dem, was du über dich selbst gelesen hast schwarz auf weiß in einem offiziellen Dokument und du bezahlst mit unüberbrückbaren Differenzen.
00:09:36: Auf Elternebene!
00:09:38: Und das ist der Teil, den mich am meisten beschäftigt weil es deine Kinder betrifft.
00:09:42: Zwei Menschen die sich vor Gericht bekämpft haben müssen Co-Eltern sein.
00:09:48: Sie müssen miteinander sprechen über Schule Krankheit Urlaub über tausend kleine Entscheidungen, die die Elternschaft täglich verlangt.
00:09:57: Wie soll das funktionieren, wenn man sich gerade jahrelang bekämpft hat?
00:10:02: Wenn man Dinge gesagt und gehört hat die nicht vergessen werden um eine Position zu stärken.
00:10:09: Das funktioniert nicht!
00:10:12: In den seltensten Fällen können die Ehleute, die geschiedenen Ehleuter danach wieder die Brücke schlagen zur einer Ko-Elternschaft.
00:10:21: Und wer zahlt denn preis?
00:10:24: Hm, deine Kinder.
00:10:28: Und dann stell dir mal vor, du treibst so weit und so auf die Spitze dass selbst deine Kinder vor Gericht erscheinen müssen.
00:10:36: Dein Kind vor einem Richter in einem anonymen Behördenraum und der Richter oder die Richterin fragt an dein Kind ob es lieber bei Mama oder bei Papa leben möchte.
00:10:53: Und weißt Du was die Antwort ist?
00:10:54: In der Regel ich möchte bei beiden Leben Und ich möchte das Papa-Mama sich wieder gut verstehen.
00:11:03: Ich möchte jetzt noch etwas ansprechen, dass selten ausgesprochen wird – es ist die Frage hinter der Frage.
00:11:10: Warum entscheiden sich Menschen für den Rosenkrieg?
00:11:14: Auch wenn sie wissen, dass er zumindest finanziell teuer ist.
00:11:19: Das tun sie ja nicht weil sie dumm sind oder weil sie böse sind sondern weil sie verletzt sind und weil Schmerz manchmal lauter ist als vernunft.
00:11:28: Aber ich glaube, da steckt noch etwas anderes dahinter.
00:11:30: Etwas das ich deutlich erkenne!
00:11:35: Ich glaube dass diese Menschen die vor Gericht gehen eine Bühne brauchen.
00:11:39: sie brauchen ein Projektionsfläche einen Ort an dem sichtbar und greifbar wird was in ihnen passiert Was diese Trennung mit ihnen gemacht hat wie tief die Verletzungen sind Wie viel Schmerz da ist der kein anderen Ausdruck gefunden hat.
00:11:58: Das Gericht soll zur Bühne für das werden, was nicht gesehen und nicht gehört wurde.
00:12:06: Dieser Impuls ist zutiefst menschlich wenn man sich unsichtbar fühlt oder übergangen übersehen und das Gefühl hat dass niemand begreift was man gerade durchmacht wie sehr man leidet wie ungerecht das alles ist dann ist der Wunsch oft der unbewusste Wunsche all das sichtbar zu machen total verständlich nachvollziehbar und real.
00:12:32: Doch ist das Gericht die richtige Bühne dafür, der richtige Platz dafür?
00:12:40: Muss dieser Schmerz dort sichtbar werden, dorthin projiziert werden den schriftsetzenden Anträgen in Verhandlungen, in die Öffentlichkeit eines Gerichtsals?
00:12:53: Ein Gericht ist nicht dafür gebaut um Gefühle aufzufangen!
00:12:59: Es ist nicht dafür gedacht, Verletzungen zu heilen.
00:13:07: Das Gericht hat weder das Mandat noch das Werkzeug um das zu leisten was die meisten dort wirklich suchen.
00:13:18: Was die meisten da suchen ist Anerkennung der Wunsch dass ein Richter eine Institution die Gesellschaft wer auch immer sagt du hattest recht Du wurdest ungerecht behandelt, das war nicht fair.
00:13:37: Dieser Wunsch ist so legitim.
00:13:41: Aber ein Gericht erfüllt dir diesen Wunsch nicht!
00:13:44: Das Gericht entscheidet ganz trocken über Sachverhalte, über Ansprüche, nicht über Gerechtigkeit im emotionalen Sinne.
00:13:56: Es spricht keine Urteile darüber wer der bessere Mensch war, wer mehr geliebt hat und mehr gegeben hat – es verteilt Vermögen und regelt Umgang.
00:14:06: Der Schmerz, den du sichtbar machen willst, der bleibt in dir drin, in der es nicht verhandelbar wird nicht anerkannt.
00:14:16: Mir sitzt nach dem Urteil, nach der Gerichtsverhandlung noch genau dort wo er vorher auch saß.
00:14:25: Wenn du eine Bühne brauchst welche Bühnen wäre die richtige?
00:14:32: Ist das ein Gespräch mit jemandem, der zuhört?
00:14:35: Ein Raum in dem du sagen kannst was wirklich passiert ist, mit einem Menschen der ausgebildet ist genau das aufzufangen.
00:14:47: Nicht ein Richter nicht ein Anwalt sondern jemand dessen einziger Auftrag es ist dich zu verstehen.
00:14:56: Das ist vielleicht die direktere Weg zu dem was du in dieser Trennungssituation wirklich brauchst und dann entstehst du nicht mehr am selben Punkt wie vorher verletzt erschöpft ärmer mit weniger Zeit Dafür mit mehr Narben und einem gegenüber, dass man jetzt noch weniger erreichen kann als vorher.
00:15:21: Wenn du den anderen Weg gehst dann hast du etwas bekommen das ein Gericht dir niemals hätte geben können.
00:15:28: Du bist gehört worden und du wurdest gesehen.
00:15:32: Und ich möchte fair sein Denn jeder Weg hat seinen Preis.
00:15:38: nichts im Leben bekommst du geschenkt Einvernehmlich sich zu trennen, Mediation zu wählen, kooperativ vorzugehen.
00:15:47: Das bedeutet nicht dass wir hier Friedefreude Eierkuchen haben und alles einfach ist!
00:15:54: Es bedeutet nicht das man keine Wut hat.
00:15:57: es bedeutet nicht auf etwas verzichtet was einem zusteht.
00:16:02: Es bedeutet dass man bereit ist Gespräche zu führen die echt schwer sind Kompromisse einzugehen, die unbequem sind.
00:16:13: Den anderen als Gesprächspartner zu akzeptieren – auch wenn man ihn gerade nicht ausstehen kann!
00:16:22: Das kostet Überwindung Disziplin Selbstreflexion Und manchmal auch professionelle Unterstützung Aber es kostet dich nicht die Familie Die Kinder, die Jahre das Vermögen und die Gesundheit die Fähigkeit danach, irgendwann wieder miteinander umgehen zu können.
00:16:48: Das ist die Rechnung und es ist ganz ehrlich nicht dramatisch und nicht moralisiert Und du kannst im Anschluss an die Mediation, an das Kooperative vorgehen echt stolz auf dich sein Denn das hast Du dann ganz alleine und eigenverantwortlich uns selbstbestimmt geschafft.
00:17:11: Was für eine Konfliktkompetenz!
00:17:16: Ich lasse dich heute mit dieser Frage allein.
00:17:20: Bitte stelle dir die Frage, was willst du am Ende der Trennung wirklich haben?
00:17:27: Stell dir vor, Du bist fünf Jahre den Weg schon weitergegangen und du blickst zurück.
00:17:35: Was möchtest du dann sehen?
00:17:37: auf was möchtes du zurückblicken Und was denkst du?
00:17:42: welcher Weg bringt Dich dorthin?
00:17:46: Es geht nicht darum, ob du dem anderen etwas antun willst oder was dir zusteht sondern es geht darum was du wirklich willst.
00:17:54: Für dich!
00:17:55: Für deine Kinder für dein Leben.
00:17:59: Nimm dir Zeit mit dieser Frage.
00:18:03: Das ist vielleicht die wichtigste, die du dir gerade stellen kannst und wenn du spürst dass du diesen Prozess nicht alleine gehen möchtest ich begleite Menschen genau in diese Phase.
00:18:14: mehr dazu findest du auf meiner Webseite.
00:18:18: Bis zur nächsten Folge.
00:18:19: Ich freue mich auf dich, deine Bettina!
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