#09 Die einvernehmliche Scheidung
Shownotes
Die 7 Stationen im Überblick: • Station 1: Die Trennung & der emotionale Ausnahmezustand: Warum Schock, Wut und Trauer stündlich wechseln dürfen und weshalb irreversible Entscheidungen aus Erschöpfung jetzt absolut tabu sind.
• Station 2: Information und Orientierung: Wie du die Flut an Sachfragen (Unterhalt, Rente, Immobilie, Konten) richtig sortierst und das Fundament für finanzielle Klarheit und Transparenz legst.
• Station 3: Kommunikation und Klärung: Warum der Blick hinter verhärtete Positionen (wie „Ich will das Haus“) die ganze Gesprächsatmosphäre verändert und den Blick auf die echten Bedürfnisse wie Stabilität und Sicherheit freilegt.
• Station 4: Lösungen entwickeln: Wie du den rechtlichen Rahmen als kreativen Verhandlungsraum nutzt und warum es sich lohnt, erst alle Türen zu öffnen, bevor eine Entscheidung getroffen wird.
• Station 5: Vereinbarungen treffen: Warum trügerische Erinnerungen nach ein paar Monaten auseinanderfallen und wie ein notariell beurkundeter „Friedensvertrag“ euch dauerhaften Schutz und Sicherheit bietet.
• Station 6: Die Scheidung bei Gericht: Wie der finale Gerichtstermin bei einer einvernehmlichen Scheidung wirklich abläuft – als kurzer, entlastender formaler Abschluss ohne Schilderung eurer Ehegeschichte.
• Station 7: Die Zeit danach & die Co-Elternschaft: Wie du mit der seltsamen Stille nach dem Termin umgehst und wie es gelingt, sich als Eltern auf Augenhöhe neu zu begegnen, um die Verantwortung für die gemeinsamen Kinder zu tragen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Einvernehmliche Scheidung, ein oft missverstanden oder misinterpretierter Begriff.
00:00:08: Einvernemlich bedeutet nicht dass es keine Konflikte gibt sondern das konflikte konstruktiv bearbeitet werden.
00:00:17: Friedlich bedeutet Nicht automatisch einfach eine gute Trennung erkennt man oft nicht daran dass niemand verletzt wurde Sondern daran dass trotz Verletzung Würde Verantwortung und Zukunft erhalten bleiben.
00:00:33: Nicht jede Beziehung kann bleiben, aber Menschen können entscheiden wie sie auseinandergehen.
00:01:17: deines Lebens oder du begleitest jemanden, der sich dort befindet.
00:01:23: Vielleicht hast Du die Entscheidung Dich zu trennen gerade erst getroffen?
00:01:27: Vielleicht trägt einer von Euch sie schon eine Weile mit sich ganz allein!
00:01:32: Vielleicht habt Ihr die Entscheidung auch gemeinsam getroffen und ihr fragt Euch jetzt wie soll es eigentlich weitergehen?
00:01:41: Dann ist der Podcast für Dich.
00:01:45: Der Podcast ist nicht für diejenigen, die Krieg führen wollen.
00:01:49: Die nicht Verletzungen durch Angriff ausgleichen wollen sondern für diejenigen, die eine Trennung so gestalten möchten dass am Ende noch etwas steht.
00:02:00: das trägt würde Klarheit Anerkennung und wenn ihr Kinder habt eine funktionierende Elternschaft.
00:02:12: Mein Name ist Bettina Stock und ich begleite Menschen durch Trennungen und Scheidungen seit über fünfundzwanzig Jahren.
00:02:19: Was ich in dieser Arbeit immer wieder erlebe, ist dass die meisten Entscheidungen, die eine Trennung und eine Scheidung prägen nicht im Gerichtssaal getroffen werden – weit davor!
00:02:32: In Gesprächen, in stillen Momenten, meist in der Art wie man miteinander umgeht.
00:02:39: Und das kann
00:02:40: wehtun.".
00:02:41: Darum geht es in diesem Podcast.
00:02:44: In der heutigen Folge möchte ich dir ein Bild mitgeben, eine Art Landkarte, sieben Stationen die eine einvernehmliche Trennung und Scheidung durchläuft von dem Moment indem die End-Scheidung fällt bis zu dem Moment in dem dein neues Leben beginnt.
00:03:04: Stell dir vor du stehst am Beginn eines langen Weges Du siehst nicht wohin er führt.
00:03:13: Aber du weißt, er führt irgendwo hin und Du kannst entscheiden wie Du diesen Weg gehen willst.
00:03:23: Fangen wir an Phase eins Die Trennung.
00:03:27: Der erste Abschnitt des Weges ist vielleicht der härteste Nicht weil rechtlich so viel passiert sondern weil emotional alles auf einmal geschieht Schock Erleichterung Wut Trauer.
00:03:41: Manchmal alles gleichzeitig, manchmal wechselnd stündlich.
00:03:47: Wenn ich mit Menschen in dieser Phase spreche höre ich oft den Satz Frau Stock Ich weiß gar nicht wo mir der Kopf steht und wo ich anfangen soll Und das ist völlig normal.
00:04:00: Nimm es als einen wichtigen Hinweis an Denn genau hier im Moment des emotionalen Ausnahmezustands werden oft Entscheidungen getroffen, die später schwer zurückzunehmen sind oder die du bereuen könntest.
00:04:17: Meine Mandanten wollen ganz oft schnelle Absprachen – das geht nicht!
00:04:23: Eine Trennung ist ein Prozess.
00:04:26: Vielleicht gibt man in dieser Phase ein Versprechen dass man dort doch nicht einhalten kann, die man nicht meint, schweigen.
00:04:41: Das als Antwort gilt obwohl es keine ist.
00:04:44: all das darf in dieser Situation auch sein.
00:04:48: ich glaube es ist sehr wichtig dass man diese Verhaltensweisen nicht persönlich nimmt sondern dem zuschreibt dem es geschuldet ist nämlich der Lebenssituation.
00:05:05: Ich denke es ist wichtig erst einmal nichts zu überstürzen Nichts zu tun, was irreversibel ist.
00:05:13: Keine Schnellschüsse keine Nachtentscheidungen und keine Vereinbarungen treffen die aus Erschöpfung entstehen.
00:05:22: Es ist viel wichtiger in dieser Phase sich zu stabilisieren Und das geht über Sortieren Über Zeit lassen Raum geben für das Was isst und kommen will Atmen.
00:05:40: Es gibt eine einfache Faustregel, die ich immer wieder gerne an die Hand gebe.
00:05:47: Wenn du eine Entscheidung treffen willst, bitte frage dich ob du diese Entscheidung auch noch dann genauso treffen würdest wenn du gut geschlafen hast, gut gegessen hast und einen klaren Kopf hast.
00:06:04: Bist du mit dieser Entscheidung auch in zwei Jahren noch zufrieden?
00:06:12: Gebt ihr Zeit und warte ab, lasst die Dinge sich entwickeln.
00:06:18: Nicht jede schnelle Entscheidung ist eine gute Entscheidung!
00:06:23: Die Phase der Trennung ist in der Regel immer die Phase, in der die Menschen zum ersten Mal ein Anwaltskanzlei aufsuchen.
00:06:33: Sie wollen dort Sicherheit finden, Unterstützung.
00:06:37: sie sind auf der Suche nach Orientierung.
00:06:41: Manche gehen zu einer Mediatorin andere zu einer Therapeutin oder einem Therapeuten.
00:06:47: Und das ist gut!
00:06:49: Diese Unterstützung gerade auf emotionaler Ebene, ist meiner Meinung nach in der Phase der Trennung äußerst wichtig zum verstehen dessen was passiert meiner selbst zum sortieren um in die Klarheit zu kommen.
00:07:07: da ist Unterstützung nie zu früh.
00:07:11: Die zweite Phase ist die Phase der Information und Orientierung.
00:07:16: Da beginnt der zweite Abschnitt des Weges der Trennung, dieser Abschnitt beginnt wenn sich der erste Schock etwas gelegt hat denn jetzt entsteht Platz für Fragen und meistens sind es unheimlich viele Fragen was steht mir zu?
00:07:34: Was muss ich zahlen?
00:07:36: Was passiert mit der Wohnung?
00:07:38: Wie teilen wir das Konto, was ist mit meiner Rente?
00:07:41: Wie sage ich es den Kindern.
00:07:44: All diese Fragen sind wichtig und es ist wichtig sie zu stellen.
00:07:49: Ich kann sie meinem Anwalt meine Anwältin stellen aber vor allem mir selbst Denn nur ich selbst kann mir beantworten Was mir zusteht.
00:08:00: Der Anwolt kann beantwortend was sich zahlen muss wie viel Unterhalt ich bekomme Welche Wege es gibt mit der Immobilie umzugehen was mit der Rente passiert.
00:08:11: Das sind in erster Linie aus rechtlicher und anwaltlicher Sicht Lachfragen, das führt aber bei den Mandanten oft innerlich zu einem sehr verzerrten Bild.
00:08:23: Denn das Recht kann keinen emotionalen Ausgleich schaffen!
00:08:29: Das Recht sieht nicht das, was ihr in eurer Immobilie seht – eine Lebensleistung Viel gemeinsame Zeit, ein Leben das man sich aufgebaut hat Erinnerungen Sicherheit Verbundenheit Verwurzlung.
00:08:47: Das Familienrecht gibt klare Regeln vor Für eine nicht bestimmbare Anzahl an Fällen für einen Nichtbestimmbaren Zeitraum.
00:08:57: Das heißt es ist sehr abstrakt angesiedelt Und gleichzeitig will es Gerechtigkeit schaffen und gibt viel Spielraum für individuelle Lösungen.
00:09:09: Erst Informationen in dieser Phase helfen.
00:09:12: Ein erstes Beratungsgespräch bei einem Anwalt, eine erste Orientierungsstunde bei einer sachkundigen Mediaturin.
00:09:21: Nicht um zu kämpfen!
00:09:22: Lasst euch nicht in diese Kämpfe ziehen sondern lasst euren Ansatz sein.
00:09:27: ich möchte verstehen.
00:09:30: Ich möchte verstehen um was es rechtlich überhaupt geht.
00:09:34: Was liegt hier auf dem Tisch?
00:09:37: In dieser Phase ist es auch wichtig, Unterlagen zu sammeln – Steuerbescheide, Kontostzüge, Renteninformationen, Versicherungsunterlagen, Darlehensverträge und so weiter.
00:09:51: Wer frühzeitig Übersicht erstellt verliert später weniger Zeit und Nerven.
00:09:57: Transparenz ist an dieser Stelle sehr wichtig sowohl für mich selbst als auch für die Gegenseite.
00:10:03: mangelnde Transparenz schafft Konflikte, weil dadurch Misstrauen entsteht.
00:10:09: Und finanzielle Klarheit ist keine Kleinigkeit!
00:10:12: In dieser Phase ist finanziele Klarheit die Grundlage für alles was danach kommt.
00:10:20: Jetzt kommen wir zu Phase drei Kommunikation und Klärung.
00:10:26: Ich weiß es ganz um Stritten und viele Therapeuten viel in der Literatur sagen, nein es liegt nicht an der Kommunikation.
00:10:37: Paare funktionieren über Jahrzehnte hervorragend auch tatsächlich ohne Kommunikations.
00:10:47: Dennoch meine ich dass Kommunikion und Klärung die Phase ist und auch der Teil der Trennung Der am meisten unterschätzt wird.
00:11:01: Ich spreche ja hier von einer sehr sensiblen und emotional hoch aufgeladenen Phase.
00:11:11: Und in dieser Phase beeinflusst die Qualität der Kommunikation den Verlauf der Trennung stärker als viele es annehmen, so zeigt ist mir meine berufliche Erfahrung!
00:11:27: Die Qualität den Verlauf der Scheidung, auch die rechtlichen Fragen und gerechtliche Qualifizierung.
00:11:38: Das ist aber eine andere Ebene!
00:11:42: Und ich sage das sehr bewusst dass die Kommunikation in der Trennungsphase oft unterschätzt wird.
00:11:50: Ich habe erlebt wie rechtlich eindeutige Fälle zu jahrelangen Auseinandersetzungen wurden weil die Kommuniktion giftig war vorwurfsvoll war nicht wohl wollt.
00:12:04: Ich habe erlebt, wie komplizierte Situationen in wenigen Gesprächen gelöst wurden weil beide Seiten sich noch Anerkennung zeigen konnten und bereit waren zuzuhören.
00:12:20: Was meine ich damit konkret?
00:12:22: Wenn Menschen in Trennungsgespräche gehen kämpfen sie meistens und sie kämpfen Oppositionen.
00:12:31: Ein typischer Satz ist immer Frau Stock Ich will kein Rosenkrieg, ich will nur das was mir zusteht.
00:12:37: Dann stelle ich immer die Frage, was steht Ihnen denn zu?
00:12:40: Das ist ja ein subjektiv emotionaler Zustand eine subjektive Wertung.
00:12:47: nochmals!
00:12:48: Ich kann das auch unterhaltsrechtlich ausrechnen... ...das ist eine andere Ebene.
00:12:53: Oft oft höre ich die Position, ich bleibe im Haus oder ich will das Haus behalten.
00:13:02: Auch da sollte Immer wieder gefragt werden, welches Bedürfnis steht eigentlich dahinter.
00:13:10: Ich will das Haus!
00:13:11: Warum will jemand unbedingt im Haus bleiben?
00:13:13: Auch wenn das bedeutet bis an den eigenen finanziellen Rand, an die eigene Finanzielle, an den Rand der eigenen finanzellen Tragkraft zu gehen.
00:13:24: Das Bedürfen ist dass hinter dieser Position steht heißt ganz oft Sicherheit.
00:13:30: Hier drin steckt meine Lebensleistung.
00:13:33: Ein bisschen Kontrolle über die Lebenssituation noch behalten.
00:13:37: Und ich finde diese Bedürfnisse klingen doch ganz anders als die oft so harschformulierte Position.
00:13:46: Ich will das Haus kann bedeuten, ich brauche Stabilität!
00:13:49: Ich habe Angst meine Heimat zu verlieren... ...ich will dass die Kinder nicht alles auf einmal verlieren.
00:13:57: Ich kann nur schwer mit Veränderungen umgehen.
00:14:00: Es gibt weitere Möglichkeiten Wenn man also anfängt hinter diese Positionen, hinter diese Forderungen.
00:14:08: Ich will nur das was mir zusteht.
00:14:11: ich möchte anerkannt werden.
00:14:13: Ich möchte dass meine Lebensleistung gesehen wird.
00:14:16: Ich Möchte Dass Das Was Ich getan habe gewertschätzt.
00:14:20: Wird Man Also Hinter Diese Forderung Schaut Dann verändert sich die ganze Gesprächsatmosphäre wenn man dann sieht, um was es wirklich geht.
00:14:32: Dann ist die Forderung diese Position kein Angriff mehr sondern eine Selbstaussage.
00:14:40: und das bedeutet nicht dass alles sofort einvernehmlich lösbar ist und Friedefreude Eierkuchen entsteht.
00:14:49: Manchmal sind die Verletzungen so tief und die Positionen sind so verhärtet, dass es dann Unterstützung braucht durch einen Mediator eine Rechtsanwältin, wer auch immer vermitteln kann und manchmal einfach durch das Gericht als Ordnungssystem, als Ordnungsinstrument.
00:15:10: Aber bevor es soweit kommt lohnt es sich immer zu versuchen – und das ist auch mein Appell an meine Kollegen!
00:15:18: Die Kommunikation ist so wichtig, auch unter uns anwälten.
00:15:23: Giftigkeiten, Angriffe, Stellvertreterkriege ganz ehrlich wo soll des den hinführen?
00:15:31: Und das sind doch auch alles Luftmummern, das wissen wir doch genau.
00:15:35: Ist es da nicht für alle Beteiligten viel angenehmer, lösungsorientiert zu kommunizieren, wertschätzend zu bleiben, deeskalierende Formulierungen zu suchen?
00:15:50: Damit noch etwas bleibt!
00:15:53: Sowohl bei unseren Mandanten – damit etwas bleibt aus der Ehe, Aber damit auch etwas für uns bleibt, würde.
00:16:05: Und noch etwas ist in dieser dritten Phase der Kommunikation und Klärung sehr wichtig.
00:16:12: Es wird oft unterschätzt oder vielleicht gar nicht wahrgenommen.
00:16:17: Wir sprechen über die Zukunft und nicht über die Vergangenheit.
00:16:22: Ich kann die Verganganheit nicht mehr ändern.
00:16:26: ich kann die emotionalen Verletzungen die passiert sind im Rahmen einer familienrechtlichen Bearbeitung nicht klären.
00:16:36: Ich kann das nicht heilen, auch Geld heilt das nicht!
00:16:41: Es mag für den Menschen unheimlich wichtig sein dass das emotional aufgerarbeitet wird.
00:16:49: Das machen Coaches und Therapeuten aber kein Familienrechtler Und es löst In unserem Zusammenhang auch keine Fragen.
00:16:59: Es löst nicht die Frage, wie soll es weitergehen?
00:17:03: Wie soll meine Zukunft aussehen?
00:17:06: Was wünsche ich mir für mein neues Leben für den Abschnitt der kommt und was brauchen wir beide um dieses gemeinsame Kapitel fair abschließen zu können?
00:17:20: Blick in die Zukunft!
00:17:22: Nicht nach hinten in die Vergangenheit.
00:17:25: Wenn wir das machen, können wir nämlich auch übergehen in Phase vier Lösungen entwickeln.
00:17:31: Wenn ich in die Zukunft schaue und mir ein Bild davon mache, ein inneres Wie soll mein Leben aussehen?
00:17:40: Was wünsche ich mir?
00:17:42: was brauchen wir beide um das Kapitel der gemeinsamen Lebensphase abschließen zu können?
00:17:48: Dann kann nicht kreativ werden dann kann nicht in die Gestaltung kommen weil ich dann rauskomme aus dem Bekämpften und aus dem Verharren in der Verletzung.
00:18:01: Wichtig ist auch hier wieder eine halbwegs wohlwollend gut funktionierende Kommunikation, und ich sage hier bewusst es ist der kreative Teil denn es gibt ja selten nur einen Weg, nur eine Lösung.
00:18:15: meistens gibt es mehrere Wege, mehrere Lösungen und oft ist das was man zuerst sieht nicht die beste.
00:18:25: Also man darf auch mehrere Anläufe nehmen.
00:18:28: Und wir alle kennen den Spruch gut ding willweile haben, so ist das.
00:18:32: Hier liegt das Potenzial oft in der Langsamkeit und ich arbeite gerne mit einem Bild Stell dir vor du stehst In einem Gebäude dass Du verlassen musst.
00:18:45: Es gibt mehrere Türen Manche führen sofort hinaus Blendet das Licht, muss ich erstmal stehen bleiben Und wie meine Augen schützen, ich kann da gar nicht richtig hingucken.
00:19:00: Mich an diese Helligkeit gewöhnen.
00:19:04: Also auch an der Stelle muss sich erst einmal innehalten und mich An die neue Situation an das neue Licht vielleicht auch an die neue Temperatur.
00:19:15: Die außen ist Gewöhn.
00:19:18: Manche Türen führen in eine Sackgasse.
00:19:21: zack umdrehen muss Ich zurück nächste Türe nehmen.
00:19:24: manche türen Führen auf einen Weg, den du anfangs noch nicht einmal gesehen hast.
00:19:33: Dann ist er auf einmal ganz grün und der führt dich vielleicht in eine ganz liebliche Landschaft oder wenn du es lieber magst in einer aufregende große Stadt.
00:19:42: was ich sagen will ist dass es in dieser Phase darum geht erst einmal alle Türen zu öffnen bevor Du entscheidest welche Du dann nimmst.
00:19:51: worum geht es konkret?
00:19:54: rechtlich juristisch formuliert Es geht um Unterhalt, um Zugewinnen, um Kinder und Immobilien.
00:20:00: Um Altersvorsorge... Und das sind keine starren Blöcke die man abhaken muss!
00:20:04: Das sind Verhandlungsräume.
00:20:07: Jedes Thema, jeder Block ist ein Raum.
00:20:13: Du kannst dich in diesem Raum bewegen.
00:20:16: der Raum hat Wände?
00:20:18: Das sind die Begrenzungen des Rechts.
00:20:21: aber innerhalb dieser Begrenzung hat man einen großen Gestaltungsspielraum.
00:20:28: und stell es dir vor, du betrittst durch eine der zuvor beschriebenen Türen diesen Raum.
00:20:35: Du kannst ihn mit deinem Anwalt, deiner Anwältin – dafür braucht man juristischen Sachverstand gestalten!
00:20:42: Und das ist der kreative Teil.
00:20:45: Wenn du den bewusst gestaltet, kommt dabei die Lösung und das Ergebnis heraus was passt was für dich passend ist und für dich lebbar ist.
00:20:59: Dann bekommst du kein Produkt von der Stange, keinen Urteil, das dir übergestülpt wird mit dem du eigentlich gar nicht leben willst und was dich nur noch unzufriedener macht.
00:21:10: Vielleicht kannst du dieses Bild mitnehmen und ein bisschen fühlen wie viel Verhandlungsspielraum es im Familienrecht tatsächlich gibt sofern man diesen Verhandlungsspielraum positiv Nutzt.
00:21:26: Zu jedem dieser Themen Unterhalt zu gewinnen, Kinder im Mobil- und Altersvorsorge mache ich noch eine eigene Folge.
00:21:34: Jedes Thema ist komplex genug um ausführlich beleuchter zu werden.
00:21:40: Hier geht es nur darum einmal die Phasen der Trennung aus familienrechtlicher Sicht zu beleuchten.
00:21:49: Ich möchte dir noch mitgeben an dieser Stelle dass keine Trennung der anderen gleicht.
00:21:55: Was für die eine Familie funktioniert, passt für die andere nicht.
00:22:01: Maßgeschneiderte Lösungen sind immer besser als Schablonenlösungen und es ist keine Niederlage wenn man Kompromisse macht, wenn man auch mal etwas bei dem anderen belässt.
00:22:17: ein Kompromiss bedeutet dass beide Seiten etwas bekommen und beide etwas lassen.
00:22:25: Das ist keine Schwäche, das es oft das Glückste.
00:22:29: Und wir brauchen die Kompromisse damit wir in Phase fünf Vereinbarungen treffen können.
00:22:36: In Phase fünf Vereinbarung treffen werden die Lösungen, die zuvor gemeinsam erarbeitet wurden festgehalten.
00:22:47: Das klingt selbstverständlich ist es oft nicht!
00:22:51: Ich erlebe immer wieder dass Paare sich in einem Gespräch geeinigt haben und wie viele Monate später erinnert sich jeder an etwas anderes.
00:23:05: Nicht aus böse Absicht, sondern weil Erinnerungen trügerisch sind!
00:23:10: Wir haben darüber gesprochen dass es nicht nur eine Wahrheit gibt.
00:23:14: Jeder hat seine subjektive Wahrheit und jede subjektiver Wahrheit hat ihre Berechtigung und finden.
00:23:26: Und dann sind wir noch in einem emotionalen Ausnahmezustand, dass die Erinnerungen auseinanderfallen.
00:23:32: Das ist nachvollziehbar!
00:23:34: Und zudem ist das Familienrecht ja alles andere als statisch.
00:23:38: Wir arbeiten im Familienrecht niemals mit einem abgeschlossenen Sachverhalt sondern mit sich akut verändernden Beziehungen – damit einhergeht auch, dass sich Bedürfnisse verändern.
00:23:54: Auf einmal die Lebenssituation wieder eine andere Nuance zu bekommen hat ja ein anderes Bedürfnis stärker in den Vordergrund stellt.
00:24:03: Diese Veränderungen gehören zum Familienrecht einfach dazu, was schützt beide Seiten?
00:24:12: klare schriftliche Vereinbarung und was kann in solch einer Vereinbarungsregelte werden?
00:24:19: Alles das Leben betrifft.
00:24:21: Familienrecht ist Leben.
00:24:26: Was mich am Familienrecht immer noch fasziniert, es ist das Leben.
00:24:33: Also was regeln wir?
00:24:36: Unterhalt zugewinnen Altersvorsorge Immobilienübertragung Vermögensteilungen Erbverzicht zum Beispiel Umgangsvereinbarungen umgangs Modelle Ausgestaltung des Umganges All das kann geregelt werden.
00:24:57: Manche Vereinbarungen müssen aus meiner Sicht sollten fast alle Vereinbarung notariell beurkundet werden.
00:25:05: Formzwang besteht immer bei Vereinbarungs- über Immobilien.
00:25:09: zu Gewinnausgleichsregelungen, müssen immer notariell beur.
00:25:14: kundet.
00:25:14: wird also der entscheidende Gedanke für diese Phase klare vereinbarungen schaffen Frieden.
00:25:24: ihr habt mit dieser notarielen Vereinbar Ein Abschlussdokument, ein Friedensvertrag in der Hand.
00:25:32: Vielleicht auch etwas was Erinnerung stützt wo ihr immer mal wieder nachgucken könnt.
00:25:38: darauf haben wir uns verständigt.
00:25:41: es gibt Sicherheit Es gibt Abschluss.
00:25:44: Es befriedet Unausgesprochenes Schaffkonflikte Wenn Ihr aus der Trennung herausgeht.
00:25:52: Ihr habt das Gefühl Wir Haben Uns Irgendwie geeinigt Aber Eigentlich haben wir nichts wirklich festgelegt, bitte nimm das als Warnsignalwach.
00:26:01: Hol dir Unterstützung bevor die alten Konflikte wieder neu auflammen und schließe ein
00:26:07: Friedensvertrag.".
00:26:08: Nachdem alles befriedet wurden ist, gehen wir über in Phase sechs Die Scheidung bei Gericht.
00:26:14: Viele Menschen haben ein bestimmtes Bild von dem gerichtlichen Scheidungstermin.
00:26:20: zwei Anwälte an richter harte Worte tränen Kampf weil es ist nicht Barbara Salesch und Richter Holt haben da vielleicht noch das Irige dazu getan.
00:26:30: Es sieht aber in der Realität ganz anders aus, zumindest mal eine einvernehmliche Entscheidung.
00:26:37: was bedeutet denn einvernemlich?
00:26:39: Eine einvernehmbliche Scheidung findet immer dann statt wenn die Eheleute einvernehmen über die Trennungs- und Scheilungsfolgen unterhalt zugewählende Immobilie altersvorsorge getroffen und gefunden haben.
00:26:55: Das haben wir hier in diesem Podcast, wir haben ja den Friedensvertrag geschlossen.
00:27:00: Den müssen wir auch tatsächlich mit dem Scheidungsantrag bei Gericht einreichen damit das Gericht sieht dass das Einvernehmen gefunden wurde.
00:27:09: Das heißt also die wesentlichen Fragen sind geklärt und damit wird der Scheidungstermin vor Gericht zu einem kurzen formalen Abschluss.
00:27:20: Der Vertrag, den ihr einst vom Standesamt geschlossen habt wird aufgelöst.
00:27:26: Es ist eine Formalität am Ende einer langen gemeinsamen Reise.
00:27:33: Was brauchen wir für die einvernehmliche Scheidung?
00:27:36: Erstens das Trennungsjahr Ihr müsst mindestens ein Jahr dauerhaft voneinander getrennt gelebt haben bevor die Scheidungen durch das Gericht ausgesprochen werden kann.
00:27:47: Getrennt Dauerhaft getrennt lebend bedeutet nicht unbedingt in verschiedenen Wohnungen zu leben.
00:27:54: Es gibt auch die Trennungen innerhalb der gemeinsamen Wohnung, die Tренnung von Tisch und Bett.
00:28:03: Eine solche Trennung ist oft schwer zu dokumentieren, schwer in der geforderten Klarheit umzusetzen – aber möglich!
00:28:13: Zweitens was brauchen wir noch?
00:28:16: Mindestens ein Anwalt muss den Scheidungsantrag stellen.
00:28:19: Der Antrag ist nämlich eine Prozesshandlung und das ist eine Anwaltsbefugnis.
00:28:25: Bei einer einvernehmlichen Entscheidung braucht nicht jeder Seite einen eigenen Anwaltung, nicht jeder Beteiligte.
00:28:34: Sondern es reicht wenn ein Anwald Den Scheidung antrag stellt Und der andere ihr Gatte Stimmt diesem anwaltlichen Scheidungsantrag zu?
00:28:46: Das spart Kosten.
00:28:47: Drittens der Versorgungsausgleich, der passiert sofern er nicht im Friedensvertrag eine andere Regelung getroffen hat automatisch mit der Ehescheidung.
00:28:57: das ist der Ausgleich der Rentenansprüche die während der Ehe entstanden sind.
00:29:02: Der Versorgungsausgleich is ein Verfahren von Amtswegen.
00:29:06: das bedeutet dass Gericht führt dieses Verfahren diesen Versorgungsausgleich automatisch durch sei denn erst zuvor ausgeschlossen worden.
00:29:19: Ich gehe hier nicht auf die einzelnen Bedingungen ein, das kommt in späteren Folgen.
00:29:26: also ihr geht in der Regel gut vorbereitet mit wenigstens einem Anwalt in diesem Termin.
00:29:33: es ist kein Kampf Es ist ein Abschluss und das Gericht hört euch auch nicht zu eurer Ehe Geschichte an.
00:29:41: Es gibt kein Schuldprinzip.
00:29:44: Es wird also nicht gefragt, wer wen verlassen hat – das Gericht fragt euch nur ob ihr diejenigen seid, die ihr zu behaupten seid?
00:29:53: Wann ihr euch getrennt habt, wann ihr geheiratet habt und ob ihr geschieden werden wollt?
00:29:59: Mehr nicht!
00:30:01: Das ist für manche ein erstaunlich ernüchternder Termin, für andere überraschend entlastend….
00:30:11: Was kommt danach?
00:30:14: Die Phase sieben, die Zeit danach.
00:30:18: Er geht aus dem Gerichtsaal und dann ist es amtlich vorbei.
00:30:22: Das Gericht hat eure Ehe geschieden – die Papiere sind unterschrieben.
00:30:28: Die Ehe ist aufgelöst!
00:30:31: Und jetzt viele Menschen berichten mir, dass Sie diesen Moment freudig erwartet haben und dann seltsam leer erleben.
00:30:40: So lange hat man auf diesem Punkt hingearbeitet und dann kommt nicht die erhoffte Erleichterung, sondern eine neue Art von Stille.
00:30:53: Das ist normal!
00:30:55: Denn mit der Scheidung endet rechtlich eure Ehe.
00:31:00: Aber das eigene Leben beginnt ja erst danach – und dann auch noch ganz neu.
00:31:07: Und dieser Neuanfang braucht genauso viel Aufmerksamkeit wie alles, was davor kam.
00:31:14: Was darf jetzt entstehen?
00:31:17: Das ist die Frage, die ich Menschen in dieser Phase stelle – nicht etwas war oder hätte sein können, sondern ganz bewusst, was darf jetzt entstehen!
00:31:30: Wer bin ich jenseits der Beziehung und was möchte ich von dieser Phase meines Lebens nicht mitnehmen in die neue
00:31:38: Lebensphase?".
00:31:40: Welche Form von Familie kann jetzt entstehen?
00:31:44: Anders als vorher aber trotzdem eine, die trägt.
00:31:50: Wenn Kinder da sind beginnt hier die Ko-Elternschaft.
00:31:54: Das ist kein leichter Begriff.
00:31:56: ko-elternschaft bedeutet Wir sind keine Ehleute mehr Aber wir sind Eltern Und Eltern bleiben wir für immer.
00:32:07: Es erfordert eine neue Art Von Kommunikation Eine, die nicht mehr von Liebe oder Schmerz geprägt ist sondern von Verantwortung.
00:32:17: Von Respekt und von dem Wunsch dass es den Kindern gut geht.
00:32:23: Das ist möglich.
00:32:25: das erlebe ich ganz oft.
00:32:27: Es geht nicht immer sofort und es geht auch nicht ohne Rückschläge.
00:32:30: wir alle sind Menschen Aber es ist möglich sich auf der Elternebene wieder zu treffen.
00:32:38: Jetzt haben wir die sieben Stationen des Trennungsweges besprochen, Trennung Orientierung Kommunikation Lösungen Vereinbarungen Gericht und die Zeit danach.
00:32:55: Das sind keine Stationen die man mechanisch abarbeitet ist kein Programm Sind Wegweiser.
00:33:04: Bitte verstehe das als ein Orientierungspunkte der helfen soll dich selbst zu verorten den Überblick zu behalten wenn du dich in mitten Alldessen befindest.
00:33:16: Und ich möchte dir noch eins mitgeben Einvernehmlich bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gibt.
00:33:23: Es bedeutet das Konflkte konstruktiv bearbeitet werden.
00:33:29: Friedlich bedeutet Nicht automatisch einfach.
00:33:34: Friedlich bedeutet Das beide Seiten entschieden haben.
00:33:38: Wir gehen diesen Weg Mit Würde!
00:33:44: keine Garantie, aber es ist eine Entscheidung die einen wesentlichen Unterschied macht.
00:33:50: Nicht jede Beziehung kann bleiben, aber die Menschen können entscheiden wie sie auseinandergehen.
00:33:58: Ich möchte diese Podcastfolge mit einer Frage zur Reflexion ausklingen lassen Was würde sich verändern wenn du die Trennung nicht als Kampf betrachten würdest?
00:34:10: Vielleicht auch gegen dich selbst Sondern als Übergang?
00:34:15: Nimm dir Zeit mit dieser Frage.
00:34:17: Du musst sie nicht sofort beantworten.
00:34:20: Manchmal ist das Innerhalten hilfreicher als jede schnelle Antwort.
00:34:25: In der nächsten Folge sprechen wir über das Thema Unterhalt, was wirklich dahinter steckt wie er berechnet wird und warum das Thema so viel emotionalen Springstoff enthält.
00:34:38: Ich hoffe du bist auch das nächste Mal wieder dabei!
00:34:42: Ich freue mich auf dich.
00:34:44: Bis dahin alles Liebe Deine Bettina.
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